Die Iron Butt Association ist eine exklusive Gruppe von Motorradfahrern, die sich dem Sport des sicheren Motorrad Langstreckenfahrens verschrieben hat. Die Heimat der IBA ist die USA, allerdings gibt es tausende von begeisterten Mitgliedern rund um den Globus
BBG 2500K Bun Burner GOLD
Bei den ersten beiden Iron Butt die ich gefahren bin habe ich schon einiges an Erfahrungen sammeln können. Die beste Vorbereitung vom Motorrad nützt nichts wenn es zu einem Motorschaden kommt, der noch dazu mehr als 1000 Kilometer von zu Hause entfernt auftritt. Reifenpannenspry und 12 Volt Kompressor hatte ich auf beiden Touren mit. Knapp vor erreichen vom 2000 Kilometer Tagesziel beim BB 2500K wo auch der SS 2000K gefahren wurde leuchtete die Reservelampe. Beim Tanken merkte ich das es doch schon recht knapp war. Der Stau auf der A7 Richtung Hamburg der auch 1 Stunde und 50 Minuten gedauert hat soll, darf bei einem BBG 2500K nicht vorkommen, dann wird es wirklich schwer diese Distanz in weniger als 24 Stunden zu schaffen. Wenn es möglich ist zügig fahren damit leichte Zeitverluste, die durch Baustellen und schlechtes Wetter entstehen können, nicht den ganzen Iron Butt gefährden. Mit diesen Erkenntnissen startete ich zu meinem BBG 2500K. Schon die ganze Woche vor dem Start habe ich mich mit der Fahrt über diese Distanz beschäftigt. Ausreichend Gegessen, Obst, Gemüse, Reis, Nudel, Kartoffel, Fisch und Fleisch. Viel und regelmäßig geschlafen damit ich fit starten kann. Am Freitag um ca. 21:00 Uhr ins Bett und die ganze Nacht gut geschlafen, erst um ca. 09:00 Uhr aufgestanden. 12 Stunden geschlafen, ich fühle mich wohl. Ein leichtes Frühstück. Das Motorrad vorbereiten, den zusätzlichen Koffer montieren, alles nochmals checken. Um 13:00 Uhr habe ich mich wieder hingelegt und bin auch wieder eingeschlafen, vorher habe ich noch den Wecker auf 17:00 Uhr gestellt. Um 17:00 Uhr wieder auf und die Motorradbekleidung angezogen. Ich verwende die Scott Goretex Garnitur und Racer Goretex Handschuhe. Um ca. 17:40 Uhr fahre ich zur Jet Tankstelle in die Villacherstraße. Der Tachostand der Varadero zeit 328.992 Kilometer. Ich fahre ein kleine Runde bis Molzbichl und wieder zurück, vor der Tankstelle noch eine ca. 400 Meter Runde dann habe ich genau 329.000 Kilometer drauf. Um 18:00 Uhr tanken.
Samstag, 15. September 2012
Ich verwende einen Seitenkoffer der auf dem Sitz hinter mir befestigt wird, da hab ich gleich eine Rückenlehne. Bei dem Seitenkoffer handelt es sich um einen Givi monokey Keyless E41 der hat den Vorteil das ein Deckel im Deckel vorhanden ist. Ich kann die kleine Klappe im Deckel öffnen und das hat Vorteile bei den Pausen. Um 18:03 Uhr starte ich bei der Jet Tankstelle. Fahre auf die A10 Richtung Salzburg. Bei der Mautstelle St. Michael bin ich von 18:27 bis 18:29 Uhr. Bis Salzburg geht es ohne Behinderungen. Auf die A1 Richtung Wels kommt der erste Stau. Für 4,68 Kilometer war die Fahrzeit 12 Minuten 27 Sekunden, das entspricht einem Schnitt von nur mehr 22,59 km/h. Stauende knapp vor Salzburg Nord, von jetzt an geht es zügig voran. Für die 130,3 Kilometer bis zur Autobahnraststätte Aistersheim brauche ich nur 53 Minuten, das waren 147,58 km/h Schnitt. Tanken von 20:22 bis 20:30 Uhr. Ich stärkte mich mit Traubenzucker und Minaeralwasser. Dies machte ich bei jedem weiteren Tankstopp, zwei Esslöffel Traubenzucker und Mineralwasser. Weiter geht es Richtung Nürnberg. Die A8 bis zur Grenze nach Deutschland und von da die A3 bis zum Nürnberger Kreuz. Am Nürnberger Kreuz auf die A9 Richtung Berlin und bei der ersten Tankstelle die kommt wieder zum Tanken. Bin gerade mal 1,3 Kilometer auf der A9 ist der Motor aus, ich fahre auf den Pannenstreifen und kenn mich nicht ganz aus, so wie der Motor sich verabschiedet hat ist der Sprit aus. Es leuchtet aber keine Reservelampe. Ich öffne den Tankverschluss und probiere so gut es geht die Varadero hin und her zu schaukeln und höhre nicht das geringste aus dem Tank, kein Sprit mehr. Ich schließe den Tankverschluss wieder und schalte die Zündung ein, die Reservelampe ist aus, leuchtet nicht. So eine Sch....! Vom letzten Tanken bis hier her bin ich 268,2 Kilometer in 1 Stunde 41 Minuten gefahren, 158,36 km/h Schnitt. Es ist 22:11 Uhr, die nächste Tankstelle ist nur 8 Kilometer entfernt. Es gibt nur eine Nummer die jetzt in Frage kommt: 0180 2 22 22 22 den ADAC anrufen. Ich hatte Glück im Unglück, Nürnberg ist ja ganz in der Nähe. Bereits nach 20 Minuten war der Pannenfahrer bei mir und gab mir ca. 3 Liter Sprit. Ein paar nette Worte ausgetauscht, 20 Euro Trinkgeld. Der Pannenfahrer wollte eigentlich gar nichts, ich brauchte nicht mal meine ÖAMTC Klubkarte zeigen. Nach genau 30 Minuten Stehzeit fuhr ich zur nächsten Tankstelle in Lauf an der Pegnitz. Vom ADAC ca. 3 Liter Sprit bekommen, nur 7,8 Kilometer gefahren und 25,26 Liter getankt. Es leuchtet keine Reservelampe??? Von 22:52 bis 23:02 an der Tankstelle. Von jetzt immer unter 250 Kilometer tanken. Nach ca. 218 Kilometer beginnt eine Baustelle nahe Weißenfels. Ich werde langsamer damit ich in der 80er Beschränkung nicht zu schnell an den anderen Fahrzeugen vorfahre. Die Weißenfelser Straße quert über der Autobahn. Von der Brücke unter der ich durchfahre Blitzt es mir entgegen. Habe noch ca. 100 km/h drauf. Ist nicht so schlimm, denk ich mir, beim entgegen Blitzen ist ja kein Nummernschild drauf. Falsch gedacht! Kaum 100 Meter später stehen drei Polizeipassat auf der gesperrten Baustellenspur. Wie ich vorbei fahre sehe ich im Rückspiegel das einer das Blaulicht einschaltet und losfährt. Runter vom Gas, den Blaulichtpassat vorbeilassen und warten was passiert. Er reiht sich vor mit ein und schaltet dann seine rote Leuchtschrift ein. “Polizei” “bitte folgen”, ich folge in den Parkplatz PWC Anlage Pörstental. Es ist 00:26 Uhr, vom letzten Tanken bis hier sind es 220 Kilometer die ich in 1 Stunde 23 Minuten gefahren bin, 158,09 km/h Schnitt. Zwei freundliche Polizisten fragen mich nach meinen Papieren und wo ich denn um diese Zeit noch hin fahre. Meine Antwort lautet “bis Berlin”. Weiters erklären sie mir das ich im Baustellenbereich wo schon die 80 km/h Beschränkung gilt noch mit 105 km/h gefahren sei und das dieses Vergehen 90 Euro kostet. Ich bin einverstanden, was soll ich auch sonst sein! Die Blaulichtpause dauerte 15 Minuten und in meiner Reisekassa fehlen 90 Euro. Der nächste Tankstop war nur 12 Kilometer entfernt. Bei der Raststätte Bad Dürrenberg getankt von 00:48 bis 00:55 Uhr. Im nächsten Abschnitt waren keine Baustellen, nach Mitternacht auch nur sehr geringe Verkehrsdichte. Bis zur Raststätte Walsleben 229,3 Kilometer in 1 Stunde 25 Minuten mit 161,55 km/h Schnitt gefahren. Tanken, kurze Pause von 02:20 bis 02:36 Uhr.
Weiter Richtung Rostock, Tanken bei der Raststätte Glasin, ca. der Nordöstlichste Streckenabschnitt der Tour. Tanken von 03:40 bis 03:48 Uhr. Der Ostsee entlang nach Lübeck, weiter an Hamburg vorbei, Bispingen kommt wieder, den Ort werde ich mir sicher lange merken. Richtung Hannover zur Raststätte Engehausen. 262,3 Kilometer in 1 Stunde 46 Minuten mit 147,54 km/h Schnitt gefahren. Tanken und wieder 2 Esslöffel Traubenzucker mit Minaeralwasser. Das hält die Konzentration hoch wenn der Blutzuckerspiegel gleichmäßig gehalten wird. Alles wieder von 05:35 bis 05:51 erledigt. Die Nacht geht auch zu Ende, im Osten sieht man schon ein leichtes Morgenrot. Beim nächsten Tankstopp soll auch Zeit für ein leichtes Essen sein. Bei der Ankunft um 07:38 an der Raststätte Kirchheim bin ich schon 13 Stunden und 35 Minuten unterwegs. Bisher 6 mal getankt, 1 mal 30 Minuten wegen Spritmangel verbraucht (sehr schnelle Hilfe vom ADAC) und eine viertel Stunde wegen der Blaulichtsteuer liegen gelassen. Gefahren bin ich bis jetzt 1701,9 Kilometer. Das ist GUT! Habe noch mehr als 10 Stunden für die restlichen ca. 850 Kilometer zur Verfügung. Essen war auch angesagt. Rührei aus drei Eiern mit Schinken, 2 Semmel und einen halben Liter Multivitaminsaft. Das alles von 07:38 bis 08:11 Uhr. Nach weiteren 224,3 Kilometer in 1 Stunde 31 Minuten mit 147,63 km/h Schnitt tanken an der Raststätte Hockenheim von 09:42 bis 09:53. Von der Raststätte Hockenheim Richtung Heilbronn, Stuttgart, München. Deutschland ist erwacht, die Autobahn füllt scih. Für die 219,2 Kilometer bis zur Raststätte Leipheim brauche ich 1 Stunde 50 Minuten, das sind nur mehr 118,54 km/h Schnitt. Tanken in Leipheim von 11:44 bis 11:53 Uhr. Die Münchner Umfahrung A99 erreiche ich um 12:47. Für den östlichen Bereich bis Holzkirchen brauche ich mehr als 44 Minuten für nur 40,8 Kilometer. In diesem Abschnitt ist der Schnitt auf 54,96 km/h gefallen. Das stört meine Ruhe nicht, habe genug Zeit bis zum Ziel. Ab Holzkirchen geht es wieder normal weiter und es ist jetzt 13:31 Uhr, mein GPS zeigt noch 248 Kilometer bis zum Ziel das ich um 15:58 Uhr erreichen soll. Sofern kein weiterer Stau oder Zwischenfall mehr auftritt. Tanken bei der Raststätte Bergen von 14:07 bis 14:17 Uhr, auch hier wieder 2 Esslöffen Traubenzucker und Mineralwasser. Jetzt sind es nur mehr 176,7 Kilometer bis zum Ziel, in Golling noch mals eine kurze Pause um zwei SMS an meine Zeugen für die Ankunftszeit zu senden. Um 15:55 Uhr bin ich bei der Jet Tankstelle in Spittal angekommen, beide Zeugen war schon da. Von Samstag, 18:03 Uhr bis Sonntag, 15:55 Uhr waren 21 Stunden 52 Minuten vergangen. Gefahren bin ich laut Varaderotacho 2.573 Kilometer, laut GPS 2.557 Kilometer, zur Route Noch am Sonntag Abend alle Unterlagen sortieren, Kontrollieren und in ein Kuvert an die IBA Germany adressiert. Am 8. Oktober erhielt ich dann per Mail die Bestätigung von der IBA Germany das mein BBG 2500K mit einer Nettostrecke von 2.532 Kilometer beurkundet wird. Am 18. Oktober bekam ich auch die Urkunde. Verbraucht wurden 235,73 Liter Benzin, € 408,67, Maut A10 € 20,00, Blaulichtmaut in Deutschland € 90,00, macht insgesamt € 518,67.
Fazit: Es war eine sehr interessante Erfahrung im wahrsten Sinn des Wortes. Es ist auch schon sicher das dies nicht meine letzte Iron Butt Fahrt war. Da gibt es noch einige die mich sehr reizen. Nicht auf die Tankanzeige verlassen, tanken immer in einen Kilometerbereich das der Sprit sicher nicht ausgeht. Weiters werde ich auf den nächsten Iron Butt Fahrten drei Liter Sprit als Notfallreserve mitnehmen. 12 Volt Kompressor und Reifenpannenspay bleiben dabei. Durch meine gute Vorbereitung war ich bei allen drei Fahrten (leider ist ja die erste durch Motordefekt gescheitert) physisch und psychisch in sehr guter Verfassung. Die letzten Tage vor der Fahrt Kohlehydratreiche Nahrung essen. Viel schlafen um nicht übermüdet zu fahren. Während der Fahrt habe ich wie auch beschrieben nur eine kleine Mahlzeit gegessen, jedoch bei jedem Tankstop auch mich selbst betankt, mit Traubenzucker und Mineralwasser. KEIN Kaffe, Cola, Enegidrinks oder ähnliches. Damit ist es mir gelungen Mitglied bei Iron Butt Associatione zu werden. Nun habe ich auch einen Eisenarsch.
IBA 53640
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