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Die Iron Butt Association ist eine exklusive Gruppe von Motorradfahrern, die sich dem Sport des sicheren Motorrad Langstreckenfahrens verschrieben hat. Die Heimat der IBA ist die USA, allerdings gibt es tausende von begeisterten Mitgliedern rund um den Globus
Samstag, 7. Juli 2012, “nochmals mein erster Iron Butt”
SS 2000K und BB 2500K zum Zweiten.
Also alles neu Planen damit ich von Legau (nähe Kempten) aus Starte mit Ziel in Spittal. Dazwischen liegen wieder Teile der ersten Planung. Die A7 bis Dänemark, vorbei an Bispingen wo der Defekt war. In Dänemark ca. 200 Kilometer bis Korsor. Tanken und wieder zurück Richtung Hamburg, weiter Berlin, Potsdam, und wieder zur geplanten Übernachtung bei der Autobahnraststätte Machne (Hirschberg). Bis dahin sind es mehr als 2000 Kilometer. Von da sind es dann noch 582 km bis zum Ziel, das soll unter 6 Stunden möglich sein.
Am Donnerstag fuhr ich los um beim 100.000 Kilometertreffen dabei zu sein. Ich traf mich mit Christian (Veranstalter) am Camp. Da das wirkliche Treffen erst am Freitag beginnt hat mich Christian zu sich nach Hause eingeladen und es gab sehr gutes Gegrilltes. Auch ein heftiges Gewitter mit Blitz und Donner war dabei. Am Freitag bin ich eine längere Runde gefahren und war gegen Mittag bei Florian in Eningen. Am Nachmittag bin ich wieder zum Camp gefahren wo schon die weiteren Teilnehmer eintrafen. Es ist immer wieder schön Bekannte zu treffen, auch wenn es nur ein, zwei mal im Jahr ist. Am frühen Abend verabschiedete ich mich, möchte noch ein paar Stunden schlafen bevor ich um Mitternacht meinen Iron Butt beginne.
Bei der Abfahrt die um 00:11 Uhr erfolgte war noch alles Trocken. Nach ein paar Kilometern kommt die Autobahnauffahrt zur A7 Richtung Hamburg. Noch nicht mal 100 Kilometer gefahren und es beginnt zu Regnen, soweit alles klar. Ich fahre mit der Scott Goretex die hält den Körper auch viele Stunden warm und trocken. Es waren drei Regenfronten die jeweils nicht mehr als ca. 10 Kilometer dauerten, jedoch war es mitten in der Nacht.
Noch keine 200 Kilometer gefahren, Vollsperre der Autobahn da es einen schweren Unfall mit mehreren Autos gab. Ich war nicht weit vom Geschehen entfernt und habe versucht ob man am Unfallort vorbeigelassen wird. Leider nein, warten bis die Autobahn wieder freigegeben wird. Es waren noch nicht mal alle Einsatzkräfte am Unfallort, einige Einsatzautos fuhren erst zur Unfallstelle als ich schon im Stau stand. Bin gerade mal 1 Stunde 22 Minuten unterwegs, 191,5 Kilometer gefahren und stehe 1 Stunde 50 Minuten im Stau. Es scheint so als ob es doch sehr schwer ist einen Iron Butt zu fahren. Ich lasse mich von der Situation nicht aus der Ruhe bringen und fahre nach der Freigabe, die um 03:24 Uhr erfolgte, wieder mein Tempo.
Nach einer halben Stunde fahre ich zu einer Tankstelle, brauche bis zur Weiterfahrt 12 Minuten. Bei den Tankstopps versuche ich jeweils ein paar Minuten Zeit zu sparen indem ich nur kurze Pausen mache. Bis zum nächsten Tanken bei Göttingen Ost fuhr ich 220 Kilometer für die ich 1 Stunde 30 Minuten brauchte. bis zur Weiterfahrt um 05:55 Uhr brauchte ich 16 Minuten. Der nächste Tankstopp war genau dort geplant wo ich vor knapp 2 Wochen die Panne hatte. Bis Bispingen waren es 211 Kilometer für die ich 1 Stunde 28 Minuten brauchte. Für das Tanken und eine kurze Pause nahm ich mir 20 Minuten Zeit.
Bis zum nächsten Tankstopp in Padborg (Dänemark nahe der Deutschen Grenze) gab es ein paar Langsamfahrten bei Baustellen. Der zähe Verkehrsfluss macht sich gleich bemerkbar das man für 218 Kilometer 1 Stunde und 47 Minuten braucht. Da gehen gleich mal 17 Minuten bei ca. 220 Kilometer verloren. Für das Tanken 15 Minuten verwendet und gleich wieder weiter. In Dänemark wurde es noch langsamer, da fahren alle auf der Überholspur obwohl rechts meist frei war, ein paar mal bin ich daher auch rechts vorbei gefahren, bring aber auch nicht wirklich einen Zeitgewinn. Für die 198 Kilometer bis Korsor brauchte ich 1 Stunde und 51 Minuten, das sind gerade mal 107 km/h Schnitt. In Korsor war auch der Wendepunkt. Wieder zurück nach Deutschland, da soll es dann wieder schneller werden. Beim Tanken verbrauchte ich gerade mal 12 Minuten. Die Fahrt über die Storebältsbroen Brücke ist beeindruckend, für die Mautpflichtige Fahrt darüber gehen beim Bezahlen auch wieder einige Minuten drauf. Mit einer Länge von 2694 Metern und einer Hauptspannweite von 1624 Metern ist die Storebältsbroen in Dänemark, zwischen der Insel Sprogo und Själland gelegen, derzeit die längste Hängebrücke in Europa.
Wegen der geringen Schnittgeschwindigkeit (113 km/h) in Dänemark fuhr ich mehr als 257 Kilometer bis zum nächsten Tankstop. Den machte ich bei der Raststätte Neu Duvenstedt.17 Minuten benötigte ich dafür. Bei Hamburg vorbei fuhr ich ein paar Kilometer auf Bundesstraßen und dann wieder auf die A24 Richtung Berlin. Um 15:55 Uhr war eine 6 Minuten Pause notwendig. Der nächste Tankstop war bei der Raststätte Stolpe. Für die letzten 220 Kilometer brauchte ich 2 Stunden und 7 Minuten. Da waren aber einige Kilometer Bundesstraße und eine andere Pause dabei. Beim Tanken brauchte ich wieder 12 Minuten.
Mittlerweile ist auch das Wetter wieder schlechter geworden. Es begann zu Regnen und das sehr stark. Die Autos fuhren weniger als 110 km/h und das auch wieder meist auf der linken Spur. Wieder keine zügiges Fahren möglich. Für die nächsten 125 Kilometer auf der A24 bis in die Nähe von Berlin brauchte ich 1 Stunde und 8 Minuten. Schnell Tanken (alles in 6 Minuten erledigt) und wieder weiter fahren bis Hirschberg auf der A9 wo die ersten mehr als 2000 Kilometer absolviert sein sollen. Bis Hirschberg soll kein Tankstop mehr nötig sein. Bei der letzten Raststätte vor Hirschberg fahre ich vorbei, sind ja nicht mehr als ca. 40 Kilometer bis zum Tagesziel. Kaum vorbei beginnt die Reserveanzeige zu leuchten. Die 256 Kilometer seit dem letzten Tankstop bin ich mit 145 km/h Schnitt gefahren. Jetzt runder vom Gas und etwas behutsamer die letzten Kilometer fahren sonst geht sich das nicht aus. Die Reserveanzeige leuchtet schon so lange (seit ca. 30 Kilometer) und es sind noch immer 10 Kilometer bis zur Tankstelle Hirschberg. Es waren immerhin noch 39 Kilometer bis zur Raststätte Hirschberg die ich nur mehr mit 98 km/h Schnitt im Spritsparmodus gefahren bin. Beim Tanken merkte ich das es mit dem Sprit schon knapp war, 25,31 Liter wurden getankt.
20:47 Uhr, 2022 Kilometer inklusive Staustehen von 1 Stunde und 50 Minuten, mehr als 400 Kilometer Regen. 10 Pausen für Tanken und für mich. Habe schon das Zimmer gebucht und gehe mein Gepäck vom Motorrad holen, sehe dass das GPS noch immer eingeschalten ist. Sind halt ein paar Minuten Stehzeit auch noch drauf. Die reine Fahrzeit beträgt 17 Stunden und 25 Minuten. Der SS 2000K sollte geschafft sein.
Die Übernachtung bei Machne in Hirschberg dauerte 9 Stunden und 12 Minuten. So konnte ich auch mehr als 8 Stunden schlafen. Um 05:59 Uhr startete ich und hatte noch 582 Kilometer bis nach Hause zu fahren. Sonntag morgen, keine LKW, kaum PKW, zügiges Fahren ist möglich. Bis zum ersten Tankstop in Hepberg waren es 212 Kilometer für die ich nur 1 Stunde und 23 Minuten brauchte, der Schnitt war 152 km/h, da bekommt auch die Autobahn schon ein paar Kurven. 10 Minuten für das Tanken und wieder weiter. Die A8 von München nach Salzburg hat einige Baustellen. Für die 223 Kilometer bis zur österreichischen Grenze brauchte ich 1 Stunde und 42 Minuten, Schnitt 130 km/h. Am Walsaberg das letzte mal Tanken, in 8 Minuten erledigt. Jetzt noch 146 Kilometer bis Spittal, die ich in 1 Stunde und 21 Minuten mit einem Schnitt von 107 km/h fuhr.
Ankunft: 10:45 Uhr, 2604 Kilometer in weniger als 36 Stunden, genau in 34 Stunden und 38 Minuten. Ich versuchte schon bei dieser Distanz so zu fahren das ich weniger als 24 Stunden für die Strecke brauche. 1 Stunde und 50 Minuten im Stau gestanden, 9 Stunden und 12 Minuten bei der Übernachtung verbraucht. Die Fahrzeit beträgt 22 Stunden und 1 Minute, das ist ein Schnitt von 120 km/h. Jetzt weiß ich schon das ich einen BBG 2500K schaffe. Da hat man für mindestens 2500 Kilometer maximal 24 Stunden Zeit. Verbraucht wurden 215,34 Liter Benzin, € 354,37, Maut A10 € 10,00, Gesamt € 364,37
Datum             Fahrt                             km Start             km Ziel           km       km Gesamt       L/Benzin     €/Benzin        L/100 km 07.07.2012      Iron Butt BB 2500K     318303            320342     2039 08.07.2012      Iron Butt BB 2500K     320342            320929       587   2626               215,34        354,37           8,200
Nach dem Einreichen aller Unterlagen dauerte es nur ein paar Wochen und die Bestätigung meiner ersten Iron Butt Fahrten wurden mir in Urkundenform zugeschickt. Gleichzeitig bekam ich meine Iron Butt Mitgliedsnummer, 53640. Jetzt erst kann ich den BBG 2500K fahren, geplant habe ich die Fahrt gleich nach dem Einreichen der ersten Fahrt, zur Route
IBA 53640
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